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Interview: Archivierung von Kassendaten

Im Gespräch mit Dipl. Finanzwirt Markus Kanitz

Was sind die größten Herausforderungen bei der GoBD-konformen Kassenführung? Wenn man Markus Kanitz, Dipl. Finanzwirt bei der Finanzverwaltung Baden-Württemberg, fragt, sind hierbei insbesondere die seit Anfang 2017 geltenden neuen Anforderungen eine Herausforderung für die Unternehmen. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Interview ...

Herr Kanitz, wie sind Sie zu dem Thema "Archivierung von Kassendaten" gekommen?
Markus Kanitz (MK):
Nach dem Abitur im Jahr 1991 auf dem Wirtschaftsgymnasium sowie dem Studium zum Dipl. Finanzwirt (FH) startete ich bei der Finanzverwaltung Baden-Württemberg zuerst im Bereich der Veranlagung, wechselte dann in die Außenprüfung und beschäftige mich dort verstärkt mit den eingesetzten EDV-Verfahren wie zum Beispiel IDEA.

Was fasziniert Sie an dem Thema?
MK:
Bargeldintensive Betriebe begegnen uns täglich in den unterschiedlichsten Bereichen. Mit dem geschulten Blick eines Betriebsprüfers fallen einem dabei häufig Fehler in vielfältiger Weise auf, wie zum Beispiel falsche Umsatzsteuersätze, unvollständige Belege oder unrichtige Eingaben. Auf diese Weise werden in Deutschland pro Jahr allein in der Gastronomie Steuern in Höhe von geschätzt 10 Milliarden Euro hinterzogen.

Wie lange beschäftigen Sie sich schon mit dem Thema? Wie haben Sie Expertise auf diesem Gebiet erworben?
MK:
Als Dozent im Bereich der Außenprüfung schule ich seit einigen Jahren Neuprüfer sowie Bestandsprüfer in Baden-Württemberg zum Thema Prüfung von elektronischen Registrierkassen. Außerdem wirke ich an diversen Seminaren an der Bundesfinanzakademie unter anderem zum Thema Risikomanagement bei Bargeschäften mit.

Was sind die aktuellen Herausforderungen?
MK: Die Prüfung der Einnahmen ist in den Fokus der Prüfungsdienste gerückt. Umso mehr, wenn es sich um Bareinnahmen handelt. Spätestens seit dem Ablauf der Übergangsregelung zum 31.12.2016 sollten alte Registrierkassen ausgemustert und durch neue Kassen mit elektronischer Speicherung der Journaldaten ersetzt werden.

Wie gehen Sie mit den aktuellen Herausforderungen um?
MK: Information ist das beste Mittel, sich in geeigneter Weise an geänderte Bedingungen anzupassen. Dies gilt genauso für Unternehmen wie für Steuerberater, Kassenhersteller, Kassenaufsteller und natürlich auch die Prüfungsdienste. Daher versuche ich, durch interne, wie externe Informationsveranstaltungen auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Haben Sie einen persönlichen Tipp/Ratschlag zum Thema?
MK: Es ist höchste Zeit, sich mit dem Thema Speicherung von Kassendaten zu beschäftigen. Ab dem 01.01.2018 steht den Prüfungsdiensten das neue Instrument der Kassennachschau zur Verfügung. Spätestens dann sollten Sie entsprechend vorbereitet sein und Ihr Kassensystem bereits auf den aktuellen Stand gebracht haben.

Dipl. Finanzwirt Markus Kanitz

Markus Kanitz war asl Dipl. Finanzwirt zunächst bei der Finanzverwaltung Baden-Württemberg im Bereich der Veranlagung tätig. Im Anschluss wechselte er in die Außenprüfung und beschäftige sich dort verstärkt mit den eingesetzten EDV-Verfahren wie zum Beispiel IDEA.

Ausblick: Was ist zukünftig zum Thema geplant?
MK: Durch das im Dezember 2016 verabschiedete Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen werden ab dem Jahr 2020 beziehungsweise 2023 weitere Anforderungen an Kassensysteme, wie zum Beispiel eine technische Sicherheitseinrichtung, zwingend erforderlich. Eine noch zu erlassende Rechtsverordnung soll die technischen Details klären. Bleiben Sie up-to-date und informieren Sie sich zum Thema Speicherung von Kassendaten!

 

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