Blog

GoBD-Pflicht für Kassen

Haben Sie schon umgerüstet?

Computerdaten vor Papier – Die Vorgaben an die Datenhaltung und -herausgabe der Kassensysteme haben sich in den letzten Jahren verschärft. Bislang konnten sich Kassenbesitzer noch auf eine Übergangsfrist zur Aufrüstung ihrer Kassen berufen. Diese läuft nun zum Ende des Jahres aus.

Laut einer PwC-Studie aus dem Jahr 2015 erfolgt der Datenzugriff bei fast 90 Prozent aller Betriebsprüfungen mittlerweile digital. Die Finanzverwaltung treibt diese Digitalisierung voran, unterstützt von der Rechtslage: So wurden im Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 26. November 2010 die Anforderungen für die Aufbewahrung digitaler Unterlagen bei Bargeschäften konkret formuliert. Das Schreiben bezieht sich auf die GDPdU/GoBS (jetzt: GoBD). Demnach sind alle Unternehmen, die mit Kassen arbeiten, verpflichtet, der Finanzverwaltung die Daten elektronisch zur Verfügung zu stellen.

Übergangsfrist läuft aus

Für Besitzer nicht umrüstbarer Filialkassen gilt noch bis Ende des Jahres eine Übergangsfrist. Am 01.01.2017 aber müssen alle Kassensysteme, die diese neuen technischen Anforderungen noch nicht erfüllen, ausgetauscht sein. Dabei liegt die Feststellungslast beim Steuerpflichtigen – nicht der Kassenhersteller, sondern die Nutzer werden für die Einhaltung der Pflichten haftbar gemacht. Bei Nichterfüllung droht ein Verzögerungsgeld oder eine (Hinzu-) Schätzung der Besteuerungsgrundlage.

Durch die Vielzahl der auf dem Markt erhältlichen Kassensysteme kann das Bundesfinanzministerium keine allgemein gültige Aussage zur Rechtskonformität der Geräte machen. Unternehmen, die Kassen einsetzen, sollten sich daher rechtzeitig darüber informieren, ob ihre Kassen den rechtlichen Anforderungen entsprechen. Zwar gibt es Bestrebungen seitens des BMF, durch verschiedene Maßnahmen den Manipulationsschutz zu erhöhen, wie der aktuelle Referentenentwurf vom 18.03.2016 zeigt. Noch sind allerdings keine zusätzlichen Verpflichtungen für Kassenhersteller und Unternehmen verabschiedet.

Wie unterstützt Audicon?

Als Spezialist für digitale Betriebsprüfung (GoBD/GDPdU) und Datenanalyse unterstützen wir alle beteiligten Akteure: Sowohl die Finanzverwaltung und Wirtschaftsprüfer als auch private und öffentliche Organisationen greifen auf unsere Beratung und Software zurück. Für Kassenhersteller bieten wir außerdem eine technische Validierung und Zertifizierung der GoBD-Schnittstelle ihres Kassensystems an. Unternehmen stellen damit sicher, dass ihr System in Bezug auf die technische Bereitstellung der steuerrelevanten Daten den GoBD-Anforderungen entspricht. 

Ein Hersteller, bei dem wir eine Zertifizierung durchgeführt haben, ist das Softwareunternehmen Citadel Hotelsoftware GmbH. „Für uns ist Kundenorientierung nicht nur ein Schlagwort. Wir stehen in einem permanenten Dialog mit unseren Kunden und sind bemüht, ihre Wünsche in die stetige Weiterentwicklung und Neuentwicklung unserer Produkte einfließen zu lassen. Mit der Zertifizierung der GoBD-Schnittstelle für unsere Hotel- und Kassensoftware bieten wir unseren Kunden mehr Sicherheit im Hinblick auf die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen sowie Empfehlungen des DEHOGA und anderer Fachverbände“, so Axel Backwinkel, Projektleiter bei Citadel.

Was macht die Finanzverwaltung mit den Daten?

Im Rahmen der Steuerprüfung werden die Kassendaten einer Massendatenanalyse unterzogen. Die Auswertungen liefern stichhaltige Hinweise zu Lücken, Fehlern und Verstößen und können im schlimmsten Fall zu einer Verwerfung der Aufzeichnungen führen. Hohe Geldbußen drohen aber bereits dann, wenn die Steuerprüfung erschwert wird, weil die neuen Pflichten nicht erfüllt werden.

Blog-Autorin: Jana Putz

Newsauthor

Ines Winkler
Ines Winkler

Ines Winkler, MSc International Business. Als Referentin Business Development bei der Audicon GmbH ist sie für die Themengebiete Zoll & Außenwirtschaft, GoBD-Zertifizierung sowie Datenextraktion aus SAP®-Systemen verantwortlich.

Comments (0)

No comments found!

Write new comment